Felix Drahotta f├╝hrt Deutschlandvierer aufs Podium

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27.06.2018

Felix Drahotta f├╝hrt Deutschlandvierer aufs Podium

Junioren und U23-Senioren gewinnen 2 Gold-, 2 Silber- und 1 Bronzemedaille auf der Deutschen Jahrgangsmeisterschaft in K├Âln


Die zweite Regatta um den World Rowing Cup der laufenden Saison auf einem Nebenarm der Donau bei Linz-Ottensheim (├ľsterreich) brachte f├╝r den Vierer ohne Steuermann des Deutschen Ruderverbandes die erhoffte R├╝ckkehr in die Weltspitze.

Mit Felix Drahotta vom RTHC Bayer Leverkusen auf der Schlagposition konnte das gute Ergebnis vom Worldcup in Belgrad, wo mit Nico Merget statt Drahotta Platz vier heraussprang, nochmals verbessert werden, und das trotz zus├Ątzlicher Konkurrenz, z.B. durch den Weltmeister Australien und den Vizeweltmeister Italien.
Durch eine personelle Rochade blieb Merget im Boot. F├╝r ihn musste Ren├ę Schmela Platz machen, w├Ąhrend Drahotta wie geplant die Rolle des Schlagmanns ├╝bernahm.
Dieser kn├╝pfte nahtlos an die Auftaktvorstellung des Vierers in Essen an.
Bereits in den Vorlauf, der als Zeitfahren ausgetragen wurde, startete der Vierer mit einem sehr guten zweiten Platz hinter Rum├Ąnien und der drittschnellsten Zeit. Auch im Halbfinale gelang ein zweiter Platz hinter Weltmeister Australien, das als einziges Boot noch schneller war.
Im Finale schlie├člich war zwar gegen die brillant und leichtf├╝├čig rudernden Australier kein Kraut gewachsen und auch die junge rum├Ąnische Crew hielt allen Angriffen stand. Nach Platz vier bei der 500 m-Marke schob sich Drahotta mit seiner Crew bis zur Streckenh├Ąlfte auf Rang drei vor und verteidigte diesen vor beiden britischen und dem polnischen Vierer.
Drahotta sagte nach dem Rennen: ÔÇ×Wir sind aggressiver losgekommen und haben in einen guten Streckenschlag hineingefundenÔÇť. Das Zusammenspiel sei schon sehr gut gewesen. ÔÇ×Die Jungs hinter mir haben einen wirklich guten Job und unterwegs m├Ąchtig Betrieb gemacht.ÔÇť
Nach dem seit Jahren ersten Podestplatz eines deutschen Vierer ohne stehen die Chancen gut, dass die Crew sich steigern kann und auch in Luzern um die Medaillen rudert. Zur gro├čen ├ťberraschung bekam das Quartett sogar noch das gelbe Leibchen des Weltcup-F├╝hrenden ├╝bergestreift. Nach dem vierten Platz von Belgrad hat der deutsche Vierer mit neun Weltcup-Punkten mehr als Australien (8) und Rum├Ąnien (7) auf dem Konto.

(v.l. Felix Brummel, Nico Merget, Peter Kluge, Felix Drahotta (Foto: Seyb/DRV)).

Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften U17/U19/U23 in K├Âln brachten f├╝r die RTHC-Athleten mit je zwei Gold- und Silber- und einer Bronzemedaille eine Ausbeute im Rahmen der Erwartungen von Cheftrainer Ralf M├╝ller.
Allerdings gingen nicht alle Hoffnungen in Erf├╝llung. An allen vier Regattatagen mussten sich die Sportler zudem mit schwierigen Bedingungen durch das vom starken Schiebewind aufgeraute Wasser auseinandersetzen. Erst am Sonntag, dem Finaltag der Junioren, hatte der Wind ein wenig nachgelassen.

Erfolgreichster RTHC-Ruderer war L├ęon Lenzen, der im Leichtgewichts-M├Ąnner-Vierer ohne und -Achter jeweils Gold gewann. Mit Adrian Ernst, Julius Wagner und Henning Spro├čmann aus K├Âln, Essen und Dortmund ruderte der Vierer ein ├╝berlegenes Finale und holte sich verdient die Goldmedaille.
Verst├Ąrkt durch Ruderer aus dem S├╝den und Norden Deutschlands dr├╝ckten die vier auch dem Achter-Finale ihren Stempel auf und lie├čen sich nicht die Butter vom Brot nehmen ÔÇô Doppelgold war der Lohn.

(Mitte, v.l.: Henning Spro├čmann, Julius Wagner, Adrian Ernst, L├ęon Lenzen)

Die ├╝brigen drei Medaillen teilten sich Julius Christ, Nikita Mohr, sowie Matthias Haggenei und Fenja Scheper.

Julius Christ gewann im M├Ąnner-Vierer ohne zusammen mit Robin Goeritz (K├Âln), Max Bierwirth (Koblenz) und Anton Schulz (D├╝sseldorf) nach einem Bord-an-Bord-Kampf ├╝ber 2000 m die Silbermedaille. Hierbei gab es ein ÔÇ×totesÔÇť (zeitgleiches) Rennen mit einem weiteren Vierer hinter dem f├╝r die U23-WM nominierten Siegerboot.
Lohn f├╝r die Leistungsentwicklung und die starke Vorstellung als U23-Newcomer ist die Nominierung zur U23-Europameisterschaft in Brest (Wei├črussland) im September, die Christ mit seiner Crew im Vierer mit Steuermann bestreiten wird.

(v.l. Robin Goeritz, Julius Christ, Max Bierwirth, Anton Schulz)

Christ und Goeritz gingen nach dem guten Ergebnis in Ratzeburg vor drei Wochen auch im Zweier an den Start. Leider verlief der Vorlauf nicht ganz wie geplant, weshalb man in den Hoffnungslauf musste. Dort reichte es trotz eines guten Rennens letztlich nicht f├╝r das Finale.
Im Achter, der aus dem Vierer, einer H├Ąlfte des zweiten Silber-Vierers und zwei weiteren Ruderern kurzfristig gebildet worden war, waren die Kr├Ąfte zum Ende der Regatta ersch├Âpft und trotz Kampfgeistes war hier keine Medaille zu holen.

Philipp Kappek erwischte im Leichtgewichts-Junior A-Vierer ohne und Achter keinen guten Regattatag. Jeweils im Hoffnungslauf war Endstation f├╝r ihn und seine Teamkollegen.

Nikita Mohr war mit seiner Crew im Leichtgewichts-Junior A-Doppelvierer mit einer gewissen Favoritenstellung aufgrund der Vorergebnisse in die Meisterschaftsregatta gestartet.
Im Vorrennen lief soweit dann alles nach Plan und der erste Platz entsprach den Erwartungen.
Im Finale erwies sich allerdings die Crew aus dem S├╝den Deutschlands als harter Gegner. Auf den ersten 1000 m war Mohr mit seinen Teamkollegen Hendrik Winkel (Dorsten) und Lukas Tewes sowie Finn Wolter (Witten) praktisch gleichauf. Die S├╝d-Crew konnte sich dann aber absetzen und hatte im Ziel eine knappe Bootsl├Ąnge Vorsprung.
Trotzdem ist Silber f├╝r Mohr in seinem ersten U19-Jahr ein Top-Erfolg.

(v.l. stehend Nikita Mohr, Hendrik Winkel, Lukas Tewes, Finn Wolter)

Im Leichtgewichts-Einer startete er wie schon gewohnt mit einem Sieg in die Regatta, allerdings mit einem hauchd├╝nnen Vorsprung von 8/100 Sekunden.
Dem folgte am Samstag ein zweiter Platz im Halbfinale, der aber schon aufzeigte, dass es mit einer Medaille, insbesondere der goldenen, schwierig werden w├╝rde.
Im Finale dann erwiesen sich alle vier Kontrahenten als sehr stark. Mohr schaffte es bis zur 1500 m-Marke nicht, an einem der Gegner vorbeizuziehen, obwohl bisher gerade die zweite Streckenh├Ąlfte seine gro├če St├Ąrke war. Erst im Endspurt konnte er seinen Doppelviererkollegen Hendrik Winkel soeben noch abfangen (14/100 Sekunden). Der Griff zur Medaille blieb ihm aber mit einer knappen halben Bootsl├Ąnge verwehrt.

Im Junior B-Doppelvierer m. St. (ohne Gewichtsbeschr├Ąnkung) lieferten Justus Frenger, Michel Wende, Julius Schulte sowie Steuermann Joel Meyer zusammen mit Ole Helbing (Godesberg) eine solide Vorstellung ab.
├ťber Rang drei im Vorlauf und Rang 5 im Hoffnungslauf wurde das Finale B erreicht und nach einem guten Rennen mit Rang vier (Gesamtrang 9) abgeschlossen. Die Boote auf Rang 2 bis vier fuhren dabei innerhalb einer Sekunde ├╝ber die Ziellinie.

Linus Gebhardt war als einziger RTHC-Athlet im Junior B-Riemenbereich am Start, jeweils in Renngemeinschaften im Vierer ohne und im Achter.
Im Vierer entwickelte sich im Finale ein spannendes Rennen, das sich nach dem Vorlauf schon abgezeichnet hatte. Dort war Gebhardt mit seiner Crew fast zeitgleich mit zwei weiteren Booten und f├╝nf der sechs Boote ruderten innerhalb von sechs Sekunden ins Ziel.
Im Finale wurde es dann noch enger, leider mit dem schlechteren Ende f├╝r Linus Gebhardt, Frederik Breuer, Lukas Gutsche und Lennard Reihs (Bonn/Siegburg/K├Âln). Nach einem mutigen Rennen fanden sich die vier auf Rang sechs wieder.
Im Achter waren die vier und ihre Teamkollegen den anderen Booten nicht ganz gewachsen und mussten nach Platz vier im Vorlauf in den Hoffnungslauf. Dort reichte Rang drei knapp nicht f├╝r das Finale.

Der Junior A-Achter mit den Leverkusenern Christopher Ahn, Julian B├╝sken, Nicolas Frenger, Jan Hermanns, Joshua Klaas und Peko Werner sowie Peter Finkl (Bonn), Gero Hensengerth (H├╝rth) und David Hallek (K├Âln) am Steuer hatte es als lokaler St├╝tzpunktachter gegen├╝ber den regional bis ├╝berregional zusammen gesetzten Auswahlbooten auf eine Au├čenseiterchance abgesehen.
Im Vorlauf wurde noch taktisch gefahren, da nur ein Sieg die direkte Finalteilnahme erm├Âglicht h├Ątte. Hier lag die Crew im Ziel auf Rang drei.
Der Hoffnungslauf verlief spannend und die F├╝hlinger Crew erreichte hier in einem schnellen Rennen eine Zeit unter 5:50 min; im Juniorenbereich schon sehr bemerkenswert.
Im Finale allerdings drehten besonders die Achter aus dem S├╝den, aus dem Team NRW und aus dem Nordosten richtig auf und zeigten gro├čartigen Rudersport mit einem Tempo und einer Athletik, dem der F├╝hlinger Achter nicht mehr gewachsen war und daher ├╝ber den sechsten Platz nicht hinauskam.
Trotzdem war auch die Finalqualifikation gemeinsam mit den ├╝berregionalen Auswahlbooten schon ein respektables Ergebnis.

Matthias Haggenei startete mit Lucas B├Âhlefeld, Louis M├╝ck und Aaron My (alle K├Âln) und Fenja Scheper an den Steuerseilen im Leichtgewichts-Junior B-Doppelvierer m. St. Aufgrund des gro├čen Meldefeldes musste die Crew nach dem Vorlaufsieg am Donnerstag am Samstag ein Halbfinale bestreiten, das sie ebenfalls sicher gewann. Erst im Finale am Sonntag erwiesen sich zwei s├╝ddeutsche Vierer als noch etwas st├Ąrker. Die Bronzemedaille war somit ein hart erk├Ąmpfter und hoch verdienter Lohn, da auch die Boote auf den nachfolgenden Pl├Ątzen bis ins Ziel Druck machten.


(v.r. Matthias Haggenei, Louis M├╝ck, Aaron My,
Lucas B├Âhlefeld, Fenja Scheper)