RTHC-Ruderer gewinnen acht Medaillen auf den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften

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26.06.2019

RTHC-Ruderer gewinnen acht Medaillen auf den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften


Die Deutschen Meisterschaften im Rudern der JahrgĂ€nge U17 (15/16 Jahre), U19 (17/18 Jahre) und U23 (19-22 Jahre) auf dem Beetzsee bei Brandenburg waren fĂŒr die Ruderer des RTHC und Trainer Ralf MĂŒller die erfolgreichsten Meisterschaften seit Jahren.

Insgesamt gewannen die Leverkusener Sportler acht Medaillen, davon fĂŒnf bronzene, eine silberne und sogar zwei goldene.
Die RTHC-Teilnehmer, die ohne Medaille nach Hause fahren mussten, waren aufgrund dieser Erfolge in der Minderheit.

Dazu zĂ€hlte Jan Hermanns, der sich mit dem Bonner Peter Finkl im U23-Doppelzweier so starker Konkurrenz erwehren musste, dass das Duo ĂŒber Vor- und Hoffnungslauf nicht hinauskam.
Besser erwischte es Philipp Kappek, der mit seinem Partner Louis MĂŒck aus Köln im Leichtgewichts-Junior-Zweier U19 den Vorlauf gewinnen und sich damit fĂŒr das Finale qualifizieren konnte.
Dort starteten die beiden Leichtgewichte schnell und fĂŒhrten nach 500 m. Allerdings kamen sie mit den durch teils starken seitlichen Schiebewind nicht einfachen Bedingungen weniger gut zurecht als erhofft und wurden im Streckenverlauf von vier Gegnern ĂŒberholt. Im Ziel stand Platz 5 zu Buche, was die beiden verstĂ€ndlicherweise etwas enttĂ€uschte. Der vierte Platz, den sie am Vortag als Junioren im Leichtgewichts-U23-Achter erreichten, tröstete dabei nur wenig.

(links Philipp Kappek, rechts Louis MĂŒck)

Nikita Mohr sah sich zunĂ€chst einem etwas schwierigeren Regattaauftakt gegenĂŒber. Starke Gegner zwangen ihn sowohl im U19-Einer als auch mit seinen Renngemeinschaftskollegen im -Doppelvierer in den Hoffnungslauf.
Dort allerdings konnte er in beiden Bootsgattungen ĂŒberzeugen und die Rennen sicher gewinnen, was im Doppelvierer die Qualifikation fĂŒr das A-Finale bedeutete und im Einer die Teilnahme im Halbfinale.
Dort ruderte Mohr hinter dem spÀteren Meister nach verhaltenem Start auf den zweiten Platz.
Auch im Finale hielt er sich auf den ersten 500 m etwas zurĂŒck und fuhr bis 1000 m „nur“ auf Rang vier vor. Starke dritte 500 m brachten dann den entscheidenden „Move“ auf Platz drei und damit den Bronzerang, den er bis ins Ziel absicherte.

(rechts Nikita Mohr)

Im Finale des Doppelvierers bestĂ€tigte Mohr mit seinen Kollegen Justus Herget, Philipp Dosse und Finn StĂ€blein (Hamburg/Dresden/WĂŒrzburg) die schon auf den vorhergehenden Juniorenregatten gezeigten Leistungen und war vom Start weg auf Medaillenkurs. Im Ziel war der Lohn auch hier die Bronzemedaille.

Joshua Klaas und sein Zweierpartner Gero Hensengerth aus HĂŒrth hatten im Saisonverlauf im U19-Vierer ohne Steuermann schon sehr gute Leistungen gezeigt und zĂ€hlten in Brandenburg daher auch zu den MedaillenanwĂ€rtern.
In der Nachstartphase des Finales gab es allerdings eine leichte Behinderung durch eines der anderen Boote, nach der sich die Crew mit Frederik Breuer (Bonn) und Korwin Hildebrand (Dortmund) erst einmal wieder finden musste. Über die Strecke arbeitete sich das Quartett nach vorne und wĂ€re mit einem starken Endspurt fast noch aufs Podest gefahren. Die schwierigen Windbedingungen, die Hitze des Gefechts und daraus resultierende technische Fehler fĂŒhrten aber dazu, dass der Vierer vom Kurs abkam und in die danebenliegende Bahn einfuhr. Daraus resultierte eine Behinderung des Gegners und der nachtrĂ€gliche Ausschluss.
Im Achter in Kombination mit den Ruderern des Team NRW war die Qualifikation ebenfalls nicht einfach. Im Vorlauf fuhr das Boot auf Platz zwei und musste daher in den Hoffnungslauf. Auch dort wurde der zweite Rang erreicht, was allerdings mit Blick auf das Podest ein hartes StĂŒck Arbeit erwarten ließ.
So kam es denn auch. Der NRW-Achter lag zwar wĂ€hrend des Rennens immer in Medaillenreichweite, musste in einem starken Endspurt dann aber alle KrĂ€fte mobilisieren, um mit vier Zehntelsekunden Vorsprung die Bronzemedaille abzusichern, die dann auch gebĂŒhrend bejubelt wurde.

(die letzten SchlÀge im Achter: rechts Gero Hensengerth, 2.v.r. Joshua Klaas)

Matthias Haggenei konzentrierte sich trotz im Saisonverlauf starker Leistungen im Einer auf das mit Blick auf Medaillenchancen vielversprechendere Skull-Großboot, den Leichtgewichts-Doppelvierer.
Hier trat er mit seinen Kollegen Mathis Haske, Jan Philips und Aaron My (Essen/Kettwig/Köln) sowohl in der U19 als auch der U23 an.
In der U23 reichte es am Samstag bereits zur Bronzemedaille, was im Feld der MĂ€nnerklasse fĂŒr ihn als gerade 17-JĂ€hrigen schon ein Highlight darstellte.
In der „richtigen“ Altersklasse U19 zeigte das Quartett schon mit einem klaren Vorlaufsieg, dass der Weg zum Titel nur ĂŒber diese Crew fĂŒhrte.
Im Finale ging es auf den ersten 1000 m noch etwas enger zu, als der Vorsprung nur gut eine Sekunde betrug. Auf der zweiten StreckenhÀlfte zeigten die vier dann, dass sie mit den Bedingungen am besten zurecht kamen und ruderten mit einer LÀnge Vorsprung souverÀn zum Meistertitel.

(Pure Freude: rechts Matthias Haggenei, 4.v.r. Aaron My
)

Dennis Dethmann und seine Kollegen Paul Pietsch, Maximilian Milde sowie Julius Lingnau und Steuerfrau Anna Dames (Magdeburg/Pirna/Bonn/DĂŒsseldorf) waren im Vierer mit Steuerfrau U23 zuversichtlich nach Brandenburg angereist, waren sie doch zuvor in Ratzeburg Zweite geworden.
Allerdings zeigte sich das Feld in Brandenburg sehr stark und fuhr der bis 1000 m auf Podestkurs liegenden Crew auf der zweiten StreckenhĂ€lfte kontinuierlich weg. Schließlich musste man sich mit Platz sechs begnĂŒgen.
Aus dieser EnttÀuschung heraus entwickelten die Ruderer eine Trotzreaktion, mit der sie im U23-Achter in einem stark geruderten Rennen auf den dritten Platz fuhren und damit doch noch zu der erhofften Medaille kamen.

Auch Julius Christ und sein Zweierpartner Robin Goeritz befanden sich in diesem Achter-Finale, allerdings in dem in Ratzeburg als schnellstes U23-Boot erfolgreichen Achter des Dortmunder DRV-Leistungszentrums.
Neben dem Achter um Dennis Dethmann und Julius Lingnau sowie einem weiteren Achter des Bundesleistungszentrums befand sich das Boot mit dem U23-Meister im Vierer ohne und dem Vizemeister im Vierer mit Steuermann im Rennen, das im Vorfeld als Favorit gehandelt worden war.
Davon ließ sich die Crew um Robin Goeritz im Bug und Julius Christ auf Schlag allerdings nicht beeindrucken.
Eine HĂ€lfte des Bootes (Henry Hopmann, Mattes Schönherr, Lukas Geller, Max John und Steuermann Till Martini (Dortmund/Potsdam/Krefeld/Rostock)) hatte zuvor im Vierer mit Steuermann den Meistertitel gegen sehr starke Konkurrenz errungen, wĂ€hrend die andere  (Goeritz, Christ und Paul Kirsch sowie Floyd Benedikter (Köln/Leverkusen/Frankfurt/MĂŒnster)) mit der Silbermedaille im Vierer ohne Stm. nicht zufrieden war.
Daraus entwickelte die Crew die nötige Entschlossenheit, um in diesem entscheidenden Rennen alles aus sich herauszuholen.
Bis etwa 700 m lag man noch knapp hinter dem favorisierten Boot. Dies zeigte aber schon, dass man aus dem Bahnverteilungsrennen des Vortags gelernt hatte und die Nachstartphase deutlich aggressiver angegangen war. An dieser Stelle sagte Steuermann Till Martini einen ersten 20er-Spurt an, der „saß“. Bei 1000 m hatte sich seine Mannschaft um zwei RuderplĂ€tze abgesetzt, so dass er gleich einen zweiten 20er und bei 1300 m den dritten folgen ließ. Die Mannschaft machte hier einen solchen Druck, dass der Vorsprung bei 1500 m eine ganze BootslĂ€nge betrug. Das war fast schon zuviel des Guten, aber genug, um die FĂŒhrung sicher ins Ziel bringen und den Titel mit einer 2/3 LĂ€nge Vorsprung holen zu können.
Neben der lange ersehnten ersten Meister-Medaille gab es fĂŒr Goeritz und Christ und den gesamten Achter als Belohnung die Nominierung zur U23-Weltmeisterschaft Ende Juli in Sarasota/FL (USA).

(rechts Robin Goeritz, 2.vl. Julius Christ)


(untere Reihe v.l.: Robin Goeritz, Floyd Benedikter, Paul Kirsch, Henry Hopmann, Mattes Schönherr, Lukas Geller, Max John, Julius Christ, Till Martini. Hinten Mitte: Dennis Dethmann, rechts Julius Lingnau und Anna Dames)

Ralf MĂŒller kommentierte  abschließend das Meisterschaftswochenende mit dem Fazit: „Insgesamt bin ich sehr zufrieden, auch wenn nicht alle WĂŒnsche in ErfĂŒllung gingen. DemgegenĂŒber stehen aber herausragende Top-Ergebnisse.“